Alaro

An den Fuß der gigantischen Berge Puig d’Alaro und S’Alcadena schmiegt sich die kleine Stadt Alaro, die wegen der ungewöhnlichen Form der steinernen Zwillingsklötze, die an einigen Stellen atemberaubende 200m in die Tiefe reichen, mit zu den beeindruckendsten Erscheinungen der Sierra de Tramunta zählt. Schon von Weitem sticht dem Besucher die langgestreckte Ruine, um deren Erbauung sich bis heute noch etliche Mythen ranken, und die sie umgebenden strahlend weißen Gebäude ins Auge. Diese verwinkelt und scheinbar willkürlich aneinander gebauten Häuserzeilen lassen mit ihren farbenfrohen und pittoresken Rückseiten einen Hauch von dörflichem Zusammenhalt und mediterranem Lebensgefühl erahnen.
Schöne Aussicht und Ruhe findet man in Alaro auf Mallorca

Schöne Aussicht und Ruhe findet man in Alaro auf Mallorca

Der Ortskern von Los d’Amunt, einem Stadtteil von Alaro, der Placa, benannt nach den Märtyrern Cabrit i Bassa, deren sterbliche Überreste heute in der Kathedrale von Palma aufbewahrt werden, und der Torrent de na Marranxa mit seinen in den Wintermonaten üppig mit Orangenbäumen versehrten Seiten, sind durchaus einladend zu einer Verschnaufpause vom Alltagsstress. Direkt dahinter befindet sich der untere Teil der Stadt, Los d’Avall genannt.

„Der bürgerliche Charakter, der durch die Fassaden der Häuser entsteht, wird noch durch die Kathedrale verstärkt, welche in regelmäßigen Abständen noch die Zeit einläutet.“

Eine der reichsten Bereiche Alaros ist aber zweifelsohne Es Verger, das auf halbem Weg zum Castell de Alaro liegt und auf der ganzen Insel durch seine hervorragenden Lammschultern Berühmtheit erlangte.

Beeindruckend ist Alaro allerdings besonders an Festtagen wie zum Beispiel der Karwoche, welche bereits Wochen zuvor mit monotonen Schlag-Trommel-Rhythmen eingeleitet wird. Stark im Kontrast dazu steht die Feier des Ostersonntag. Da werden Statuen der Mare de Deu (Muttergottes) und Christus auf den Schultern in einer langen, festlichen Prozession getragen und von einer mallorquinischen Blaskapelle begleitet. Weitere interessante Festtage sind hier die Dorffeste des Sant Pere von Los d’Amunt am 29.Juni und das des Sant Roc von Los d’Avall am 16. August, an denen sich der Lebensmittelpunkt der Bewohner eindeutig von den Häusern auf die Straßen verschiebt. Nie kann man besser in das insulanische Leben mit seinem Traditionsbewusstsein, seiner Lebenseinstellung und seinem Temperament eintauchen.