Asturien

Mit einer wunderbaren Berglandschaft, grünen Weiden und den herrlichen Stränden der so genannten Costa Verde ist die spanische Region Asturien nicht nur ein Naturparadies, sie bietet auch alles was das Urlauberherz begehrt.

Kanu fahren, Bergsport, die Besichtigung der vielen historischen Städte- Sportbegeisterte und Kulturinteressierte kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Die Wiege des christlichen Spaniens liegt im Nordwesten und erstreckt sich zwischen dem Golf von Biskaya im Norden und dem Kantabrischen Gebirge im Süden. Asturien mit ihren rund 1.076.635 Einwohnern (Stand 2005) grenzt im Westen an Galicien, im Süden an Kastilien – León und im Osten an Kantabrien. Zu den größten Städten der Region gehört nicht nur die Hauptstadt Oviedo, sondern auch Gijón und Avilés.

Oviedo

Zu Füßen des Naranco – Berges ca. 30 Kilometer von der Küste entfernt liegt die wunderschöne Hauptstadt Asturiens. Sie bietet dem Besucher einige kulturelle Höhepunkte und eine Besichtigung der Stadt ist unumgänglich. Um sich einen Überblick über die zahlreichen touristischen Attraktionen zu verschaffen, ist der Parque de San Francisco ein idealer Ausgangspunkt. Von hier aus gelangt man auch direkt in das alte Kirchenviertel, das mit ein paar prachtvollen Kirchen aufwarten kann. So findet der Besucher beispielsweise an der Plaza Alfonso II el Casto die Ruinen der vorromanischen Kirche von San Tirso. Kirchen dieser Art gibt es in jeder Ortschaft Asturiens, denn der Bau dieser Gotteshäuser war eine Form des Widerstands gegen die Mauren und das erfolgreich, denn diesen gelang es nicht das Königreich Asturien zu besetzen. Einige Stilelemente im Inneren dieser Kirchen erinnern an die der maurischen Feinde. Besondere Beachtung sollte man jedoch der Kathedrale von Oviedo mit ihrem 82 Meter hohen perforierten Turm schenken. Dieser spätgotische Bau gilt als Wahrzeichen der Hauptstadt und beherbergt neben Fresken des Malers Martínez de Bustamante auch das einstige Pantheon, wo jedoch nur noch ein einziger Sarkophag aus dem 10. Jahrhundert zu sehen ist und die Cámara Santa („Heilige Kammer“), ein Reliquienschrein der einstigen Könige Asturiens. Unter den vielen Kostbarkeiten befinden sich in dieser Kammer auch zwei wundervolle Kreuze, das Engels – und das Siegeskreuz. Diese wichtigen Symbole finden sich sowohl auf dem Wappen der Haupstadt als auch auf dem des Fürstentums Asturien wieder. Doch auch die Innenarchitektur dieser Kathedrale ist nicht zu verachten. So beeindrucken die herrlichen Rosettenfenster ebenso wie der Säulengang am Eingang.
In unmittelbarer Umgebung gibt es weitere sehenswerte Bauten. Ebenfalls interessant ist die Kirche San Julián de los Prados. Die hier vorzufindende noch gut erhaltene Freskomalerei zeigt eine Auffälligkeit: Hier wurde jegliche Art von Menschenbildern vermieden. Dies ist mit dem damaligen Bilderstreit der Christen zu erklären. Zu dieser Zeit war es noch möglich, dass Malern die Hand abgehackt wurde, wenn diese Christus oder Maria darstellten. Weitere sehenswerte Kirchen sind die Santa Maria del Naranco und San Miguel de Lillo. Diese stehen unter Denkmalschutz und wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Für Kunst – und Kulturinteressierte ist ein Besuch des Museums für Schöne Künste sowie des Museums für Archäologie sehr zu empfehlen. Diese im San Vincente – Kloster untergebrachten Museen ermöglichen es einen Überblick die gesamte asturische Kunstgeschichte zu erlangen. Nach so vielen bemerkenswerten Eindrücken lädt die Altstadt mit ihren vielen Gastwirtschaften zum anschließenden flanieren und entspannen ein. In jedem Fall sollte man eine der zahlreichen Apfelweinschenken (sidrerias) aufsuchen und sich ein Gläschen gönnen. Berühmt ist vor allem das kunstvolle Einschenken des Weins. Hierbei gießt der Kellner den Apfelwein mit hochgestrecktem Arm und im hohen Bogen in die Gläser. Auch Gäste können hier einmal ihr Glück versuchen.

Gijón

Nur 29 Kilometer von Oviedo entfernt liegt Gijón, die bedeutendste Hafenstadt Asturiens. Hier gehen Bergwelt, Meer und Stadtbild eine einzigartige Verbindung ein. Der schöne Strand macht die bevölkerungsreichste Stadt der Region zu einem beliebten Badeort und lädt zu Strandspaziergängen ein. Sehr empfehlenswert ist hierbei der weitläufige Strand San Lorenzo mit seiner hübschen Strandpromenade.
Einen nahezu wundervollen Blick erhält man von der auf dem Hügel Santa Catalina gelegenen Altstadt. Von hier aus bietet sich dem Besucher ein einzigartiger Blick auf das Kantabrische Meer, die Costa Verde und auf das kleine ehemalige Fischerviertel Cimadevilla. Interessante Gebäude befinden sich auch auf dem Plaza de Jovellanos. Hier ist das Gijón – Museum und das Geburtshaus des Politikers und Schriftstellers der Aufklärung Jovellanos, das Gemälde und Skulpturen verschiedener Künstler beherbergt, anzutreffen. Wer noch mehr zeitgenössische Kunst erleben möchte, sollte der Stiftskirche San Juan Bautista einen Besuch abstatten und einen Abstecher ins Barloja – Museum machen. Nicht unbeachtet sollte der prachtvolle Palast Revillagigedo bleiben. Um etwas Außergewöhnliches zu erleben, sollte der Besucher das Eisenbahnmuseum oder das weltweit einzigartige Dudelsackmuseum aufsuchen. Wer einfach nur die Seele baumeln lassen möchte, sollte sich auf die zahlreichen Plätze und Grünflächen begeben und in einem der vielen Cafés oder Kneipen eine Siesta einlegen. Gijón bietet sich auch wunderbar für eine entspannte Shopping- Tour an. Fern von jeglichem Tourismusrummel kann man hier wirklich einzigartige Souvenirs für Daheimgebliebene ergattern.
Bekannt ist die Stadt auch für das internationale Filmfestival (Festival de cine) und die iberoamerikanische Buchmesse (Semana Negra).

Avilés

Ebenfalls nahe bei Oviedo liegt das bezaubernde Städtchen Avilés. Prächtige Arkadenstraßen, Paläste beeindrucken ebenso wie zahlreiche Kirchen, darunter die Kirche San Nicolás de Bari aus dem 13./14. Jahrhundert. Herrlich ist auch der Strand bei Salinas, der sich als mit der schönste Strand an der Küste Asturiens rühmt.
Ein großes kulturelles Ereignis dieser Stadt ist das interkeltische Festival, dem auch zahlreiche Briten und Iren beiwohnen.

Nationalpark Picos de Europa und Covadonga

Dieser eindrucksvolle Nationalpark mit seinen tiefen Schluchten und hohen Berggipfeln erstreckt sich über einen großen Teil Asturiens. Das feuchte Klima, das von der Nähe des Meeres herrührt, ist der Grund für diese paradiesische Flora und bietet einer Vielzahl von Tieren wie Braunbären, Wölfen, Adlern etc. ein Zuhause. Landschaftlich gesehen sind die klaren Hochgebirgsseen Enol und Ercina atemberaubend schön und laden zu einer Verschnaufpause ein. Dieser Nationalpark gehört zu den Biosphärenreservaten, die von der UNESCO gefördert werden. Sie dienen der Umweltbeobachtung und der Umwelterziehung. Hier wird beispielhaft eine umweltverträgliche Wirtschaftsweise entwickelt, in der Mensch und Tier im Einklang mit der Natur leben. Diese Biosphärenreservate sind in unterschiedliche Zonen untergliedert. Die Kernzone kann als ein Stück unberührter Natur bezeichnet werden. Der strenge Schutzstatus soll den Erhalt der hiesigen Tier – und Pflanzenwelt garantieren. Die so genannte Pufferzone umgibt die Kernzone und lässt menschlichen Einfluss in Maßen zu. Hier wird beispielsweise ökologischer Anbau betrieben. Die Entwicklungszone versucht die Idee einer nachhaltigen regionalen Entwicklung zu verwirklichen. All die Wirtschafts – und Nutzungsformen sind erlaubt, die ökologisch vertretbar sind. Dies hat zur Folge, dass längst vergessene Handwerksformen und Herstellungsmethoden hier wiederentdeckt wurden. So stellen die Dorfbewohner ihren Landkäse selbst her, weben Teppiche, mahlen Getreide, schleifen Messer. Der Besucher kann sich hier in das Ambiente längst vergangener Zeiten zurückversetzen und ganz nebenbei noch einen herrlichen Panoramablick genießen.
Im Nationalpark befindet sich auch der Wallfahrtsort Covadonga. Er ist eine Station auf dem Jakobusweg, dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela und stellt für viele Gläubige einen symbolischen Weg der Erneuerung dar mit dem Ziel sich selbst zu finden.
Diese natürliche Felsenhöhle von Covadonga, mit ihrer in den Fels gebauten Kapelle über den kleinen Wasserfällen des Río Diva, ist das Ziel vieler Pilger und Pilgerinnen. Innerhalb der Felsengrotte befindet sich eine Heiligenfigur die „Virgen de Covadonga“. Sie trägt das Christuskind im Arm und hebt eine Rose empor. Vor der Grotte ergießt sich der Río Diva in einen kleinen Teich, wo Besucher als Opferhingabe häufig Münzen hineinwerfen. Diesem Wasser wird der Überlieferung nach eine heilende Wirkung zugesprochen. In unmittelbarer Nähe erhebt sich das Gebirge der Sierra del Sueve über die Küste. Hier leben seit Urzeiten Asturcones, kleinwüchsige Pferde. Zudem wird hier Azabache abgebaut. Das ist versteinerte, brillant glänzende Kohle, aus der christliche Symbole gefertigt werden. Er gilt als Heilstein und soll bei Erkrankungen der Atemwege, Arthrose, Zahnschmerzen und Depressionen eine heilende Wirkung zeigen. Dies alles lässt den Ort in mystischem Glanz erstrahlen und macht den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ribadesella

Ganz nahe bei Gijón am Ostufer der Bucht vom Río Sella liegt das kleine malerische Fischerdorf Ribadesella. Besonders sehenswert ist hier die prähistorische Höhle Tito Bestillo, die nach einem ihrer Entdecker benannt wurde. Sie ist um ein Vielfaches größer als Altamira, denn es handelt sich hierbei um eine Gruppe miteinander verbundener Höhlen. Das einstige Zuhause zahlreicher Fledermäuse besteht teilweise aus riesigen Hallen, die einen erstaunen lassen. Im Zuge des enormen Besucheransturms wurde die Höhle im Sommer 2001 restauriert.
Auch empfehlenswert jedoch erschreckend zugleich ist das Wandbild der Gebrüder Uria Aza in der Kirche von Ribadesella. Es zeigt auf eindruckvolle Art und Weise die Schrecken der Kriege.
Das kleine Dörfchen ist jedoch auch ein idealer Ort, um neue Kräfte zu tanken und zu verweilen. Die vielen kleinen Cafés am Kai laden hierzu ein und bieten dem Besucher einen herrlichen Blick auf die vielen kleinen Fischerboote, die wie bunte Farbtupfer in der Sonne funkeln.
Nennenswert ist hierbei auch der Küstenabschnitt zwischen Gijón und Ribadesella, der auch Dinosaurierküste genannt wird. Auf diesem Abschnitt kann man sich auf Spurensuche begeben und Versteinerungen aus der Zeit der Dinosaurier bewundern. Hier wurden zahlreiche Knochen gefunden.

Llanes

Für die Stadt Llanes ist die 30 Kilometer lange Küste mit wunderschönen Sandstränden charakteristisch. Die 30 kleinen Badebuchten laden zum ungestörten Entspannen ein. Zu empfehlen ist der Playa del Sablón mit seinen herrlichen Steilklippen. Auch sonst kann die Stadt, die von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben ist, mit einigen Sehenswürdigkeiten aufwarten. So besticht beispielsweise die gotische Kirche Santa María mit ihrem flämischen Altar. Auch beeindruckend sind der zinnengekrönte Turm Cubo de Llanes oder die zahlreichen imposanten Herrenhäuser wie Castañaga oder El Cercao. Ein äußerst interessantes Kunstwerk ist das des baskischen Malers Augustín Ibarrola. Es heißt Los cubos de la memoria. Diese buntbemalten Betonquader sollen den Hafen symbolisch vor der Brandung schützen. In der Nähe von Vidiago steht ein äußerst interessantes Nationaldenkmal, das Peña Tú. Es ist eine 4 Meter hohe menschenähnliche Skulptur, die aus einer vorgeschichtlichen Steinsäule (Menhir) gehauen wurde. Sie weist zahlreiche Malereien aus längst vergangenen Zeiten auf. Man geht davon aus, dass dieser Ort zur Bronzezeit eine Kultstätte war. Noch heute hat man von hier einen wundervollen Panoramablick auf das Kalksteingebirge der Sierra de Cuera und auf den Atlantischen Ozean.

Aktivitäten

Nicht nur kunsthistorisch hat Asturien dem Besucher viel zu bieten. Es ist auch die ideale Region für einen Aktivurlaub. So ist beispielsweise der Nationalpark Picos de Europa ein häufig angestrebtes Ziel von Wanderern und Bergsteigern. Erfahrene Bergsteiger wagen sich auf den Pico Urriello, dessen Steilwände immer wieder eine Herausforderung sind. Wunderschöne Wanderwege führen durch Schluchten und Tälern und lassen einen Ort und Zeit vergessen. Vom Standort Fuente Dé fährt sogar eine Seilbahn nach El Cable in 1800 Metern Höhe. Auch das Bogenschießen kann hier erprobt werden.
Wer eher dem Wassersport zugeneigt ist, sollte dem alljährlichen Kanuwettbewerb beiwohnen. Kostümierte Jugendliche, Familien, aber auch renommierte Sportler paddeln am ersten Ausgust – Samstag in Arriondas den Fluss Sella hinunter. Auch außerhalb des Wettbewerbs lädt der 16 Kilometer lange Fluss zum ausgiebigen Rudern ein.
Es ist ebenfalls möglich die Umgebung von Llanes und Ribadesella per Pferd zu erkunden. Ein Reitausflug oder Mehrtagesritte bieten sich hierfür an.
Die Stadt Gijón bietet zahlreiche Sportkurse für Anfänger und Fortgeschrittene an. Hier kann man Tauchen, Schwimmen, Surfen, Windsurfen, Angeln, Reiten, Golfen, Bogenschießen oder dem Flugsport nachgehen.

Klima

Die Region Asturien zeichnet sich durch ein atlantisches Klima aus. Das bedeutet vor allem im Winter Niederschläge, wobei im Winter wie auch Sommer sehr milde Temperaturen herrschen. Es wird selten kälter als 8 und selten wärmer als 24 Grad Celsius. Für eine Reise nach Asturien sind die Monate Mai, Juni und September zu empfehlen.
Im Hochgebirge herrscht ein alpines Klima mit entsprechenden winterlichen Frostperioden.

Einreise

Da Spanien Mitglied der Europäischen Union ist, genügt für die Einreise ein gültiger Personalausweis, bei Kindern ein Kinderausweis.

Essen und Trinken

Asturien hat sich als Land der Feinschmecker herausgestellt. Durch zahlreiche ökologisch angebaute Lebensmittel, gelangt der Besucher in einen einzigartigen Hochgenuss. Aus den erstklassigen Erzeugnissen werden Gaumenfreuden wie die fabada, ein köstlicher traditioneller Bohneneintopf mit Speck und Blutwurst, zubereitet. Die vielen von Hand hergestellten Käsesorten aus Kuh -, Schaf- oder Ziegenmilch sind ein einzigartiger Hochgenuss. Durch den idealen Standort am Hafen sind auch Fisch und Meeresfrüchte beliebte Zutaten für köstliche Speisen. Unbedingt empfehlenswert ist die Fischsuppe, die häufig auf Märkten frisch angeboten wird. Auch Schinken, Wurstwaren, Wildschwein und Hirsch sind in der asturischen Küche anzutreffen. Zu jedem Gericht sollte das asturische Nationalgetränk, der Apfelwein Sidra, nicht fehlen.